• Wie viel verdiene ich in der Pflegebranche in Österreich?


    Autor: Maya Wussow I Veröffentlicht am. 14. November 2024


    Die Pflegebranche in Österreich steht vor großen Herausforderungen und gleichzeitig vor einem Wandel. Steigende Einstiegsgehälter, zusätzliche Zulagen und immer umfangreichere Benefits sollen Pflegeberufe attraktiver machen. Doch wie viel verdient man in der Pflege wirklich? Und worauf lohnt es sich beim Jobvergleich zu achten?

    Dieser Überblick zeigt dir, wie sich Mindestlohn, Einstiegsgehalt, Aufstiegsgehalt und Bonuszahlungen in der Pflege zusammensetzen und welche Arbeitgeber mit zusätzlichen Benefits punkten.

    Mindestlohn in der Pflege: deutlich über dem allgemeinen Mindestlohn

    Pflegekräfte profitieren in Österreich von eigenen Kollektivverträgen (KV), welche sowohl österreichweit gelten können als auch nur in einem speziellen Bundesland.

    „Die meisten Kollektivverträge sehen bereits Mindestlöhne von mindestens 1.700 Euro brutto 14 mal jährlich vor, wodurch sich ein durchschnittlicher Monatslohn von 1.983 Euro brutto ergibt.“ – Sozialministerium

    Wir haben euch mal die unserer Meinung nach zwei wichtigsten mitgebracht und schauen mal, wie hier die niedrigste Gehaltsstufe aussieht.

    SWÖ-KV

    Der SWÖ-Kollektivvertrag ist der zentrale KV für den privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich in Österreich. Er gilt für Tausende Beschäftigte in mobilen Pflegediensten, Pflegeheimen, Behindertenarbeit, Sozialdiensten etc. und regelt unter anderem Löhne, Arbeitszeiten, Zuschläge und Mindeststandards. 

    Der SWÖ-KV deckt den größten Teil des gemeinnützigen Pflege- und Sozialbereichs ab und gilt oft auch für Organisationen wie Hilfswerk oder private Betreuungsdienste. 

    Der Mindestlohn liegt hier bei rund 2.150 Euro brutto (37 Wochenstunden, Stand 2025)

    Aktuell gibt es eine Version für 2025, und die Verhandlungen für den SWÖ-KV 2026 laufen bereits durch Vida und GPA. 


    Hier könnt ihr euch euer Gehalt mit dem SVÖ- Rechner anzeigen lassen


    KV des Vereins karitativer Arbeitgeber:innen (VKA)

    Der VKA gilt für Beschäftigte in karitativen Einrichtungen in Österreich, insbesondere in Pflege-, Betreuungs-, Behinderten- und Sozialdiensten. Er wurde traditionell als Caritas-KV  bezeichnet und wird seit 2026 unter dem Namen KV des Vereins karitativer Arbeitgeber:innen weitergeführt.

    Das Einstiegsgehalt für Hilfskräfte liegt hier in der niedrigsten Gehaltsstufe bei 2.152,50 Euro brutto und für Fachkräfte bei 2.527,00 Euro brutto.

    Es gibt natürlich noch viele weitere Kollektivverträge. Die beiden oben Genannten geben jedoch einen guten Überblick über die Pflege-, Gesundheits- und Sozialbranchen.

    Ein Blick in aktuelle Stellenausschreibungen zeigen deutlich höheres Gehalt

    Viele Pflegejobs starten deutlich über dem kollektivvertraglichen Mindestlohn. Vor allem bei einer abgeschlossenen Ausbildung zur Pflegekraft fängt die Vergütung häufig bei ca. 3.000 Euro brutto (37 h) an.

    Aufstiegsgehälter & Zulagen: Erfahrung zahlt sich aus

    Pflegegehälter entwickeln sich nicht nur durch Verhandlungen, sondern strukturiert. So gibt es zum Beispiel:

    • Gehaltsstufen nach Dienstjahren und Qualifikationen
    • Höhere Einstufung durch Qualifikation & Spezialisierung
    • Zusätzliche Rollen (z. B. Team- oder Stationsverantwortung)

    Zusätzlich kommen dann noch hinzu:

    • Nacht-, Sonn- & Feiertagszulagen
    • Einspringer-Zuschläge
    • Pflegezuschüsse

    Zudem hat man je nach Arbeitgeber verschiedene Jobbenefits wie zum Beispiel:

    • Umfassende Aus- & Weiterbildung
    • Gesundheits- & Sportangebote
    • Supervision während der Arbeitszeit
    • Essensgutscheine
    • Kostenlose Öffi-Jahreskarte oder Kilometergeld
    • Vergünstigte Mitarbeiter:innen-Wohnungen
    • Klare Aufstiegs- & Gehaltsstrukturen
    • Erhöhter Pflegezuschuss

    Gerade in Ballungsräumen wie Wien oder bei spezialisierten Trägern sind höhere Einstiegsgehälter mit umfassenden Benefits keine Ausnahme mehr.

    Checkliste für Bewerber:innen

    Diese Fragen helfen beim Jobvergleich:

    • Wie hoch ist das Grundgehalt inkl. fixer Zulagen?
    • Gibt es Pflegezuschuss oder Einspringer-Boni?
    • Wie flexibel ist der Dienstplan wirklich?
    • Werden Fahrtkosten oder Öffi-Tickets übernommen?
    • Welche Benefits erleichtern meinen Alltag konkret?

    Denn ein guter Pflegejob zeigt sich nicht nur im Grundgehalt. Zulagen, Bonuszahlungen und Benefits entscheiden zunehmend darüber, welches Angebot langfristig passt. Wer transparent vergleichen kann und Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld erhält, trifft bessere Entscheidungen.



    Folge uns auf Social Media um keine Neuigkeiten zu verpassen.